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Januar 2017 Im Rückblick: Mein Start Als Digitaler Nomade

Der Mietvertrag für meine Wohnung lief bis zum 31.12.2016, mein Flug aus Deutschland zu meinem ersten Ziel Kalifornien war aber erst am 10.1. Das habe ich als gute Gelegenheit genutzt mich bei Freunden einzunisten Freunde zu besuchen. Ich lebe seit dem 1.1.2017 aus einem Rucksack der als Handgepäck auf allen Fluglinien durchgeht. Zuerst ging es von Berlin nach München, dort habe ich ein paar Tage bei Freunden in Kolbermoor verbracht. Von München ging es spät abends weiter nach Köln. Die Security am Flughafen München hat mich und meinen Rucksack Inhalt so gründlich durchsucht wie sonst auf keinem anderen Flughafen. So spät abends war aber auch sonst wenig los, der Flieger war nicht mal zur Hälfte gefüllt.

Über den Teich nach Los Angeles

Mein erstes wirkliches Ziel war Chiang Mai in Thailand, was für viele als die Hauptstadt der Digitalen Nomaden gilt. Ich hatte für Mitte Januar eine Einladung bekommen, meinem Freund Rick in Los Angeles zu besuchen. Er besitzt ein Haus in der Nähe von Malibu, einer Gegend die durch rote Badeanzüge recht bekannt wurde. Damit war für eine Unterkunft gesorgt, in einer sonst recht teuren Gegend. Den Umweg von Europa nach Asien über Kalifornien habe ich gerne in Kauf genommen.

Berlin

Das im Schnee versunkene Deutschland zu verlassen war nicht schwer, einen halben Tag später erwartete mich deutlich wärmeres Wetter. Der Flug ging von Berlin über London mit Norwegian Airlines, was spürbar eine Low-Cost Airline ist. Das Problem auf dem Flug ab London war aber eher mein Sitznachbar, der während des ganzen Flugs auf 2 Packungen Kernen gekaut hat. Jedes Ausspucken von einem Kern war mit einem Anrempeln verbunden. In L.A. angekommen hat es doch ziemlich lange gedauert bis ich trotz des Reisens nur mit Handgepäck durch die Immigration und dann aus dem Flughafen war.

Was in den USA anders ist als in Deutschland

Ein wichtiges Thema das mich jeden Tag sehr beschäftigt, Essen:

  • Die Preise auf der Speisekarte sind ohne Steuer.
  • Das Service-Level ist hier deutlich höher, man hat das Gefühl, dass die Bedienungen sich hier mehr Mühe geben den Kunden zufriedenzustellen. Die Bedienung stellt sich sogar mit Namen vor.
  • Die Essens-Portionen sind ziemlich groß. Wenn man das Frühstück komplett aufisst kann man sich das Mittagessen direkt sparen. Das Übriglassen der Hälfte ist eine ziemliche Resourcenverschwendung, man kann nur hoffen, dass hier doch mal die Portionen verkleinert werden. Das würde der durchschnittlichen Gesundheit und Umwelt guttun. Es ist hier wohl üblicher, sich die Reste in einem Doggy Bag einpacken zu lassen.
  • Nicht-alkoholische Getränke werden am Tisch kostenlos nachgefüllt.
  • Man lernt hier das deutsche Brot zu vermissen. Die Zielgruppe für das lokale Brot scheint eher die zahnlose Person zu sein.
  • B.B.Q – wow. Mehr Worte braucht es da nicht.

Andere Beobachtungen:

  • Das Land ist wirklich riesig, der Nah- und Fernverkehr aber eher unterentwickelt. Wer sich hier fortbewegen will braucht ein Auto.
  • Das Geschwindigkeitslimit auf Straßen ist mit 70 mph (113 km/h) ziemlich niedrig. Das hält die Leute mit mehr Geld aber nicht davon ab Autos zu unterhalten die das 3-fache davon fahren könnten.
  • Die Polizei kontrolliert auch mit Flugzeugen die Geschwindigkeit von Autos.

Wein Tour nach Napa Valley

Napa ist ein kleines verschlafenes Städtchen, das sich durch die Nähe zu den Weinbergen als ein guter Ausgangspunkt für Besuche bei Winzern anbietet. Wer die Weine beim Tasting nicht immer ausspucken will, kann sich hier auch ein Fahrrad mieten oder einen Shuttleservice benutzen. Bei den Winzern der höherklassigen Weine sollte man vorher einen Termin vereinbaren.

Durch einen Erdrutsch am Tag zuvor war die Straße zu unserem Tasting-Termin bei Lokoya nicht mehr passierbar. Ein netter Mitarbeiter verlegte zum Glück den Termin zum Weingut von Cardinale. Dieses Tasting war das Highlight von unserer Tour, durch die ich die Qualität von Napa Weinen besser verstehen konnte. Ich hatte die Gelegenheit Wein vom selben Winzer zu probieren, der in dieser Gegend, aber auf unterschiedlichen Bergen angebaut wurde. So konnte ich lernen den Terroir-Unterschied herauszuschmecken und meinen bevorzugten Stil und damit Berg zu finden.

Lakoya

Diese Weine waren herausragend, der Preis für eine der Flaschen Lakoya von 350 Euro ist aber natürlich nicht gerade gering. Beim Besuch von anderen Winzern habe ich aber auch gelernt, dass hier auch genug Wein produziert wird, den ich nur als durchschnittlich gut empfinde. Der kostet dann aber trotzdem immer noch 50 Euro, was das generelle Preisniveau zeigt.

Zwischenstopp in San Francisco

Auf dem Weg zurück von Napa nach L.A. bot es sich an, die Route an der Küste zu nehmen. So konnten wer einen halben Tag in San Francisco verbringen. Die Fahrt am Morgen ging durch den hier üblichen Nebel.

San Francisco

Angekommen in S.F. bot sich uns aber ein wolkenloser Himmel, das ist hier wohl eher eine Seltenheit. Im Hafen hatten wir eine gute Sicht auf Alcatraz, für einen Besuch davon war die Zeit vor Ort aber nicht ausreichend. Die Seehunde am Pier sonnten sich und beachteten die Touristen am Pier wenige Meter entfernt gar nicht. Die Kosten für 3 Stunden Parken zeigen ganz gut das Preisniveau vom Leben hier: 27$.

San Francisco

Zurück in Los Angeles habe ich ein wenig die Umgebung erkundet. In der Nähe gibt es die Location an der die Serie M.A.S.H. gedreht wurde. Beim Treffen mit Ricks Freunden war natürlich Wein im Spiel, ich habe einen Shiraz aus Deutschland beigesteuert, der für alle Anwesenden etwas neues und unübliches war.

Eine Woche Shanghai

Shanghai bietet ein kostenloses 144-Stunden-Transit-Visum, geografisch liegt es auf dem Weg von Los Angeles nach Thailand. Also habe ich die Chance genutzt und hier mal Halt gemacht um einen kleinen Teil von China kennenzulernen. In Shanghai ging für mich das eigentliche normale Nomadenleben los, das heißt 8 Stunden pro Tag arbeiten. Den Rest des Tages konnte ich die Stadt erkunden. Ich hatte mir einen Stadtteil ausgesucht in dem ich in der ganzen Zeit dort keinen anderen Ausländer gesehen habe. Die Verständigung mit den Einheimischen war eher schwierig, selbst die Hotel-Rezeption sprach außer Hello und Mister kein Englisch. Hier halfen dann aber zum Glück Übersetzungs-Apps auf dem Handy weiter.

In China ist der Zugang zu allen Google-Diensten blockiert, man sollte sich also schon vorher darum kümmern einen Proxy oder VPN einrichten. Dadurch kann man wieder uneingeschränkten Internetzugriff bekommen.

Die Fahrt mit der Shanghai Maglev Magnetschwebebahn vom Flughafen in die Stadt war bei 300 km/h leider recht schnell vorbei. Auf der kullinarischen Seite war es für mich eher schwierig, die meisten Menüs enthielten keine Bilder oder Übersetzungen. Bestellt habe ich in solchen Situationen, indem ich auf das Essen von einem anderen Restaurantgast zeige oder einfach auf ein zufälliges Item im Menü zeige und nicke. Das wirkt dann als ob ich wüsste was mich da erwartet. Das ging oft gut und meistens bekam ich eine Mahlzeit, die ich identifizieren konnte. Einmal war das aber auch nicht ganz der Fall:

Shanghai Soup

Eine Suppe mit Fleischstücken, bei der ich weder das Körperteil, noch das Tier herausfinden konnte. Die Konsistenz war eher zäh bis Gummi-artig, auf jeden Fall etwas das ich vorher noch nie gegessen habe. Einen Monat später traf ich in Thailand einen Chinesen, der mir erklären konnte was ich da gegessen habe: Frosch-Suppe.

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